B3: MUSIK UND KUNST

Austri@rt4u
von Andrea Prock, Reinhard Bauer, Andreas Bauer

Austri@rt4u versteht sich als eine interaktive Website für SchülerInnen der Sekundarstufe I zur bildenden Kunst in Österreich, die im Rahmen eines Projektes an der Donau-Universität Krems konzipiert und gestaltet wurde. Jungen Menschen sowie KunsterzieherInnen, aber auch Lehrpersonen anderer Fächer und BesucherInnen aus dem nichtschulischen Bereich wird die Möglichkeit geboten, sich näher mit dem Thema bildende Kunst in Österreich auseinanderzusetzen. Die Website Austri@rt4u bietet zahlreiche Möglichkeiten, neues Wissen in Bezug auf die bildende Kunst zu erwerben, dieses Wissen spielerisch zu überprüfen (z.B. Quiz, Hangman, Bilderrätsel, Millionenshow, Kreuzworträtsel) und in eigenen Gestaltungsaufgaben (Kunst-Wiki mit Kreativwerkstatt und Ideenbörse) umzusetzen. Neben der Entwicklung persönlicher Erlebnisfähigkeit und Freude an bildender Kunst sollen auch kognitive Zugänge eröffnet und das reflektorische und kritische Potenzial von Kunstwerken in altersgemäßer Form bewusst gemacht werden. Ein weiteres Ziel ist die Förderung einer Medienkompetenz, d.h. die Auseinandersetzung mit und Anwendung von neuen Medien, vor allem von Social Software wie Media Wiki, die kollaboratives Arbeiten fördert. Im Austri@rt4u-Wiki können SchülerInnen ihre eigenen Arbeiten hochladen und kommentieren. Das didaktische Konzept von Austri@rt4u basiert auf der eigenständigen und aktiven Auseinandersetzung von SchülerInnen mit digitalen Medien.
Link: http://www.austriart4u.at

Prock-2009-Austrirt4u_a.pdf
Prock-2009-Austrirt4u_b.pdf



net-music – Neue Wege der Musikvermittlung
von Richard Graf

Eine "Neue Musikpädagogik" sollte mit einem hohen Anteil an eLearning, Interaktivität und den damit im Zusammenhang stehenden, spannenden Möglichkeiten individueller Selbsterfahrung und innovativen Arten gemeinsamen Musizierens einhergehen.
net-music hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfahrungen im Hinblick auf den Einsatz neuer Medien im Bereich der Musikerziehung – sowohl im virtuellen als auch realen Raum – gesammelt und ist Vorreiter im Ausloten neuer Möglichkeiten in den Bereichen Computer & Musik, eLearning, Interaktivität, mediengestützter Selbstkontrolle und gezielter Gruppenarbeit. Der aktive, kreative Umgang mit Musik steht dabei im Vordergund. Mehrere Preise und Auszeichnungen belegen den innovativen Ansatz und die Nachhaltigkeit dieses Projektes.
Intensive Musik-Erfahrungen und damit verbundene Lerneffekte sind nicht mehr ausschließlich denen vorbehalten, die ein Instrument spielen, sondern durch gezielten Einsatz Neuer Medien und dem "aktiven, kreativen Tun" auch der großen Gruppe junger Menschen zugängig, die Musik primär passiv rezipieren und ihr Konsumverhalten über Modetrends "gesteuert wird". Hören, Zuhören, Konzentration, kreatives Ausdrücken, Gestalten, Komponieren, Kommunizieren und Flow sind dabei wichtige Parameter, die nicht Selbstzweck sind, sondern im Sinne einer neuen Musik-Pädagogik spielerisch „provoziert“ werden.
www.net-music.at



Netbooks im Musikunterricht: Alltag oder Musik von morgen?
von Manfred Rechberger

Songwriting der Gegenwart ohne Bleistift und Notenpapier, Ergebnisse zum Anhören und ein begleitendes soziales Netzwerk bedeuten für Schülerinnen und Schüler der Netbookklassen bereits Alltag. Vorgestellt werden Anwendungsbeispiele und Praxisberichte der letzten Monate aus dem Unterrichtsfach Musikerziehung am BG/BRG Leibnitz. Dabei werden neben dem Schreiben eigener Songs ebenso multimediale Inhalte spielerisch vermittelt, der Mehrwert von interaktiven Partituren wird aufgezeigt. Das Netbook scheint für all diese Möglichkeiten eine perfekte Auswahl darzustellen.

Rechberger-2009-Netbooks_im_Musikunterricht_a.ppt



eLearning und Lernplattformen im Musikunterricht
von Fritz Höfer

Im Beitrag soll folgenden Fragestellungen nachgegangen werden:
1. Welche didaktische Innovationen ergeben sich durch den Einsatz von Lernplattformen im Musikunterricht?
2. Welche Kontextfaktoren beeinflussen die Implementierung von E-learning im Musikunterricht?
3. Was gehört zu einer musikpädagogischen Medienkompetenz? Wie kann eine musikbezogene Internetdidaktik aussehen?
4. Mehr Motivation durch mehr E-learning?
5. Welche Konsequenzen ergeben sich für die Lehramtsausbildung sowie for die Lehrerfortbildung.
Grundlage des Beitrages ist meine Dissertation "E-learning im Musikunterricht", welche an der Abteilung für Musikpädagogik der Universität Mozarteum Salzburg im April 2008 abgeschlossen wurde. Ein Teil der Dissertation bestand in der Entwicklung einer Lerplattform zum Thema "Romantik" für den Musikunterricht an AHS und BHS. Diese Lerplattform baut auf musikdidaktischen und allgemein pädagogischen Theorien auf und hat das Ziel den Mehrwert des Einsatzes von Lernplattformen im Musikunterricht nutzbar zu machen.

Hoefer-2009-eLearning_und_Lernplattformen_im_Musikunterricht_a.doc



Video, Foto, Wiki...Werkzeuge der Schulentwicklung?
von Claudia Fischer

Warum werden eLearning, multimediale Werkzeuge – Web 2.0 Tools in Schulentwicklungsprozessen wenig eingesetzt? Kurze Videos vermitteln Ideen, wie Schulentwicklung in der Praxis umgesetzt werden kann. Gleichzeitig und ganz im Sinne von Web 2.0 können Lehrpersonen eigene Videos mit Umsetzungsideen auf einer Projektplattform allen zugänglich machen.
Am Beispiel von schulin.ch – einem Entwicklungsprojekt zur Einführung und Umsetzung der integrativen Schulung - wird aufgezeigt, wie eine Austauschplattform, ein virtuelles Netzwerk das Entwicklungsprojekt multimedial und interaktiv mit Web 2.0 Werkzeugen unterstützen.



Musiktechnologie als partizipatives Unterrichtsfeld für Jugendliche
von Birgit Hofstaetter, Anita Thaler

Ausgehend von den Fakten, dass erstens Technik ein berufliches aber auch im Privatleben immer wichtiger werdendes Zukunftsfeld ist und zweitens Jugendliche sich für interdisziplinäre, kreative Themenbereiche interessieren, verbindet das Projekt „Engineer Your Sound! (EYS)“ Technik und Kreativität (konkret Musik) als Startpunkt einer Kooperation von WissenschafterInnen und SchülerInnen. Dabei haben 2008-2009 17-19-jährige SchülerInnen eines Grazer Musikgymnasiums mit Unterstützung von ExpertInnen – aus den Bereichen Toningenieurswesen / Elektronische Musik, Pädagogik, Geschlechterforschung und Digitale Medien – eigene Musik-Technik-Designs erarbeitet. Basierend auf dem Prinzip der Geschlechtergerechtigkeit und einem Aktionsforschungsansatz wurden den SchülerInnen die Technologien über das konkrete Ausprobieren und Experimentieren mit digitalen Medien und technischem Equipment nähergebracht, um partizipativ eigene Design-Ideen zu verwirklichen. So entstanden basierend auf einem Nintendo Wii-Controller ein sogenanntes „Luftinstrument“, selbst vertonte Kurzfilme u.a. Ein weiteres Ziel des Forschungsprojektes ist es, über Reflexionsschleifen zum eigenen Lernen allgemeingültige Impulse für die Modernisierung von Methoden und Didaktik vor allem naturwissenschaftlicher und technischer Fächer zu gewinnen, und zwar durch Verbindung von Jugendinteressen (wie Musik) mit digitalen Medien. Das Beispiel EYS zeigt, dass gerade Musik ein ideales Vehikel liefert, um Jugendlichen über einen interdisziplinären, partizipativen Technikgestaltungsansatz, Technik näher zu bringen (vgl. Thaler/Zorn 2009).

Hofstaetter-2009-Musiktechnologie_als_partizipatives_Unterrichtsfeld_fuer_Jugendliche_a.pdf