Vorwort

Das e-learning Center Wien hat sich mit einer groß angelegten Fachtagung am 19. und 20. Oktober 2006 am TGM, Wien-20, und nun mit diesem Tagungsband hörbar zu Wort gemeldet. Es gilt, beim Thema „elektronisch unterstützte Lernumgebungen“ neue Projekte in Bewegung zu bringen.

Einerseits muss der erfolgreiche eFit - Schwerpunkt der Netzwerke in allen Bereichen der Bildungsverwaltung neu aufgesetzt werden: Eine erfolgreiche Periode von sechs Jahren liegt hinter uns und eine Perspektive bis 2010 mit neuen Initiativen vor uns. Auf der anderen Seite müssen die nun neu eingerichteten pädagogischen Hochschulen sehen, dass „Blended Learning“ - Konzepte kritische Erfolgsfaktoren für Lehrer/innen-Aus- und –fortbildungsinstitutionen sind, die im Jahr 2006 eingerichtet werden.

eFit soll nun in die dritte Phase gehen – nach der Begleitung der Computermilliarde 2000 – 2003 und der Teilnahme am Programm „Bildungsinnovation“ 2004 bis 2006. Nun kommt die nächste Phase eFit3, die mit den Schlagworten  „nachhaltig, institutionalisiert und in Europa vorne mit dabei“ versehen wurde. Nachhaltig, da über 150 Kleinprojekte nun zu flächendeckenden Angeboten werden, institutionalisiert, da die vielen Initiativen nun sicher in überschaubare Angebote verwandelt werden müssen, und „in Europa vorne mit dabei“ gibt an, dass wir mit der europäischen Szene gemeinsam neue Entwicklungen ausloten wollen und bei allen innovativen Projekten mit dabei sein wollen.
 
Die inhaltlichen Konturen dieser nächsten Arbeits- und Legislaturperiode sprechen für sich: Etwa
eContent und mittelfristige IT-Dienstleistungen für den gesamten Unterricht, die Beschäftigung mit dem Einsatz von Social Software (es muss klar werden, dass e-learning weniger mit abgepackten Lehr- und Lerninhalten und mehr mit Vernetzung und gezielten Such- bzw. Diskussionsprozessen, also kollaborativen Tätigkeiten, zu tun hat), der Gestaltung von Unterrichtsversuchen mit neuen Gerätschaften wie Subnotebook, Handhelds, iPods und „Lernhandies“ oder der Weiterarbeit an den ePortfolios für Lehrende und Schülerinnen und Schüler.

In der Lehrerfortbildung wird die Herausforderung bei den Online-Akademien, einer konsequenten Umsetzung des eBuddy-Konzepts (Trainer für elearning), von Versuchsstellungen zu Realtime-Plattformen (wie Macromedia Breeze) oder die weitere Entwicklung der e-learning-Schulentwicklung in die Breite sein.

Die Schulverwaltung verlangt nach Ausstattungsrichtlinien und Ausstattungsinitiativen zur Einstellung auf die neue Technologie; diese Wünsche müssen zufrieden gestellt werden. Mit einem „eTwinning – Konzept“ sollen e-learning-Schulen wieder Mittel für die Entwicklung erhalten, wenn sie sich mit einem weiteren, noch nicht zu den Pilotschulen gehörenden Standort zusammentun.

Schließlich geht es um den unkonventionellen Einsatz von IT-Applikationen und e-learning-Materialien für Migrant/innenkinder oder Benachteiligte, nicht zuletzt nach Vorbildern in europäischen Mitgliedsländern. 

Schließlich wären noch thematische Projekte zu nennen:
Datensicherheit an Schulen ist da zu nennen, die Nutzung von Portalen mit speziellen Inhalten für den typenbildenden Bereich (z.B. Finanzportal) und auch die weitere Entwicklung einer Open Source – Strategie für alle Bildungsformen und Schularten.
Mit ähnlichen Herausforderungen werden die pädagogischen Hochschulen, auch bereits in ihrer heiklen Gründungsphase beschäftigt sein. Es gilt, die Möglichkeit von Fernstudienelementen und Blended Learning -Phasen für die Ausbildung und von vernetzten e-Community-Konzepten in der Lehrer/innen-Fortbildung gleich mitzudenken. All dies kann bei guter Planung in den Leistungsverträgen mitüberlegt und mitverhandelt werden. Marksteine, die man ab dem Beginn setzt, prägen dann die weitere positive Entwicklung. Auch mit dieser nun dokumentierten Veranstaltung zeigt das e-learning-Center Wien, dass es mit Serviceleistungen und Erfahrungen zur Verfügung steht.

Die Veranstaltung selbst brachte eine breite Darstellung der Initiativen, die in den letzten Jahren gewachsen sind, ein buntes Bild fachkundiger Beiträge vom Boden- bis zum Neusiedlersee. Den Veranstaltern ist zu danken, dass sie diese Tagung rasch und sehr gezielt in diesen Zeiten des Umbruchs organisiert haben. 

Als Motto für die weiteren Entwicklungen kann man John Cage zitieren: „Keine Ahnung, warum Menschen Angst vor neuen Ideen haben; ich jedenfalls fürchte mich vor den alten“. Dem elearning-Center Wien auch weiterhin viel Erfolg bei der Verbreitung der neuen Ideen und Projekte!

Christian Dorninger , bm:bwk, Abt.II/8